Ickkieckwatickwill
Krömer und andere Berliner und sonstige Knaller

Michael Jackson ist zurück

Michael Jackson auf Ebony Foto AP

Ästhetisches Kunstgeschöpf 
mit Black Power?

Ein halbes Jahr vor seinem 50. Geburtstag und zum 25 jährigen Jubiläum von “Thriller” ist Michael Jackson zurückgekehrt.

Der King of Pop ist auf dem Cover von Ebony,
dem afro-amerikanischem US-Magazin, gibt Interviews und plant den nächsten großen Durchbruch. Fit und selbstbewußt, wie immer freundlich und höflich zur Crew und den Fotografen, Beobachter sagen “innerlich ruhender” und powerful.

Fotos zeigen einen (wieder mal) neuen Jackson, strahlend, jung und schöner als zuvor. Jackson als sein eigenes ästhetisches Kunstwerk. Nicht mehr und nicht weniger -  Oder doch? Nun betrachten wir’s mal so:

Er hat allen ein Schnippchen geschlagen: “Ain’t No Mountain That I Can’t Climb Baby All Is Going My Way”. Als Fan der ersten Stunde habe ich Michael Jackson schon als Kind gesehen und war fasziniert von der Kraft und seiner unglaublichen Bühnenpräsenz und letztendlich von seinem Willen und seiner Durchsetzungskraft.

Es war eine Sensation, dieser kleine Michael und die Jackson Five. Hier ein Video zu einer Zeit wo er selbst sagt, er habe gar nicht verstanden, was er da sang:

Nun ist auch eine Reunion-Tour für 2008 mit seinen Brüdern geplant. Die Jacksons erneut zusammen. Nun ja. Bruder Jermaine, inzwischen Muhammad Abdul Aziz, hofft dass sich auch Michael früher oder später zur Nation of Islam bekennen wird. Interessiert ist er. Die Presse lästert schon unanständig über Jacko X.

Die Jackson Five waren die ersten afroamerikanischen Kinder, die
wir im Entertainment zu sehen bekamen. Als Michael geboren wurde, herrschte im Süden der USA immer noch strikte Rassentrennung. Schilder markierten im öffentlichen Leben, wo es Afro-Amerikanern erlaubt war, sich zu bewegen und wo sie, unter Strafandrohung, nichts zu suchen hatten. Weiße machten sich strafbar, wenn sie diese Segregationsanweisungen missachteten.

Michael hat sich zu Motown Zeiten in keiner Weise politisch äußern dürfen. “Nur nichts zur Rassenfrage sagen” lautete die Anweisung. Die Zeit war heiß. Black Muslims, Black Panther, Ermordung Malcolm X und Martin Luther Kings, Rassenunruhen.
Als Erwachsener zeigte er, wie er sich im Video in einen Schwarzen Panter verwandelt und wie er symbolisch den Ku Klux Klan zerschlägt… und sich darauf einen runterholt.

Wie oft wurde ihm von den Journalisten unterstellt, dass er seine afrikanischen Wurzeln vergessen hätte, dass er gern weiß sein wollte. “Through all your lies and silly games I’m a still remain the same” würde er wahrscheinlich darauf antworten. Dass er nun Ebony das exklusive Fotoshooting gab, bestätigt das.

Mit “Thriller” gelang ihm der totale Durchbruch und Michael Jackson war der erste Afro-Amerikaner, der bei MTV gesendet wurde, weil die Zuschauer es unbedingt sehen wollten! Ja das war vor 25 Jahren. Wenn heute die überwiegend afro-amerikanischen  Leser den Herausgeber von Ebony fragen, ob Michael Jackson der Weißeste ist, der je aufs Titelbild kam, unterstreicht Joy Bennett: “But make no mistake, despite his unusually light skin, he has said it is due to a skin condition called vitiligo, Michael is still 100 percent African American.”

Nun, seine äußerliche Erscheinung, Hautfarbe egal ob mit oder ohne Vitiligo, auch das ist nicht nur Buisiness. Das Verkleiden war schon immer sein Ding. “I’m gonna be Exactly what you wanna see”…(von einem schwarzen Entertainer).  Sind die Aufhellung der Haut und fortwährende GesichtOperationen nicht nur Mittel zum Zweck?
Hätte Michael Jackson die gleiche Aufmerksam erlangen können, wäre er der ”normale” Afroamerikaner geblieben, nachdem
das kindliche “Wie süß”Image durch den biologischen Alterungsprozess verflogen wäre?

Hält er uns nicht den Spiegel vor, wenn er in Minstrel-Show Manier statt der schwarzen die weiße Maske aufsetzt und zynisch fragt: Na bin ich jetzt furchterregend?Am I scary for you?

Seine Wurzeln brachte er auch mit dem Tanz auf die Bühne. “Black Dance”, beklagt Zita Allen, dafür gäbe es keine echte Beschreibung. “Anstatt einer durchdachten, vollständigen und intelligenten Definition wird uns eine abwertende  Liste von Stereotypen gegeben.”

Klar, dass eine Kunstfigur wie Michael Jackson abstößt oder anzieht, vor allem aber kennt ihn beinahe jedes Kind. Durch seine Popularität ist er auch Botschafter und einflußreich. Das kann durchaus nicht im Sinne der noch immer rassistischen Einflüßen unterliegenden Institutionen sein. Also wird die Integrietät verzerrt, ins Lächerliche gezogen. Kein Spielraum bleibt, alles ist eben “verrückt”, wie er aussieht, was er sagt, was er tut. “You try to get me to lose the man I really am”.

Anyway, Michael Jackson ist ein Phänomen und wenn Jochen Ebmeier in seinem empfehenswerten Buch mit Tiefgang am Ende schreibt: “The best is yet to come”, dann lassen wir uns überraschen ob damit nur Entertainment gemeint ist.

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